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Landschaften der Umgebung

 

Der größte Teil der Waldböckelheimer Gemarkung gehört landschaftlich zum Kreuznacher Lößhügelland, einem Gebiet, das dadurch gekennzeichnet ist, dass die allmählich niedriger werdenden Randsporne und Riedel des Soonvorlandes und die Quell- und Talmulden des niedrigeren Lößhügellandes ineinandergreifen.

In der Waldböckelheimer Gemarkung finden sich einige charakteristische Anhöhen, wie beispielsweise der 336 m hohe Welschberg oder eine weitere Erhebung von 311 m im Waldböckelheimer Wald. Der Ort liegt teilweise in Hanglage, so dass sich eine Höhendifferenz von über 180 m ergibt. Im Durchschnitt liegt der Ort jedoch bei 191 m ü. N.N.

Die Waldböckelheimer Gemarkung hat Anteil an mehreren Gewässern, jedoch ist der  Abschnitt an der Nahe äußerst gering: Nur wenige 100 Meter betragend.

Im Norden bildet der Ellerbach die Gemarkungsgrenze zwischen Bockenau, Burgsponheim und Sponheim. Nördlich des Marienpforter Hofes entspringt im Waldböckelheimer Wald bei ca. 300 m ü. N.N. der Seibersbach, der das Dorf durchfließt und schon nach einem Lauf von nur ca. 6 Kilometern zwischen Boos und Schloßböckelheim bei 130 m. ü. N.N. in die Nahe mündet.

Weitere kleinere Gewässer sind nur Rinnsale.

 

Geologische Verhältnisse

Ein Großteil der Waldböckelheimer Gemarkung zwischen den Höhenrücken des Gauchsberges und der Nahe ist durch die geologischen Vorgänge des Tertiärs und des Quartärs geprägt. Sie gehörten einst zum Westteil des Mainzer Beckens. Daraus erhebt sich beispielsweise der auf der Waldböckelheimer Gemarkung liegende Welschberg.

Wichtig für das Verständnis der geologischen Ereignisse in der Umgebung von Waldböckelheim sind Vorgänge an der Wende des Unter- zum Oberrotliegenden vor etwa 250 Millionen Jahren.

Im Saar-Nahe-Gebiet kam es zu intensiven vulkanischen Tätigkeiten.

Die Magma verschmolz teilweise mit den darrüberliegenden Gesteinen oder trat als Lava an die Erdoberfläche. Bekannte einheimische Beispiele sind der Rotenfels oder der Lemberg. 

Sie entstanden in der Rotliegendzeit , in der sie als Magma empordrangen, das dann erstarrte. 

Besonders markant ist der aufragende Welschberg, ein weiterer Zeuge vulkanischer Aktivitäten. Es handelt sich dabei um einen eingebrochenen Krater eines ehemaligen Vulkans. Kurz nach der Entstehung brach der Förderkanal ein, weil sich unter ihm ein 

Hohlraum gebildet hatte. Beim Einbruch dieses Schlotes fielen die den Welschberg umgebenden Gesteine ringförmig zum Welschberg hin ein. 

Die Waldböckelheimer Kuppel ist das zentrale tektonische Element der näheren Umgebung. Auf diesem Vulkanschlot steht die evangelische Kirche.

Danach gab es für lange Zeit keine vulkanischen Tätigkeiten mehr.

Vor etwa 30 Millionen Jahren, im geologischen Zeitalter des Tertiärs entstand der Oberrheingraben. In unmittelbarer Nähe zum unteren Nahetal kreuzt die alte Saar-Nahe-Senke diesen geologisch jungen Grabenbruch.

Die Land-Meer-Verteilung erfuhr seit dem Entstehen der Erde auch in unserem Raum mehrfache Veränderungen: Vulkanische Erhebungen überragten die Landschaft, in tiefer gelegene Senken drang das Meer vor.

Größere Teile des Mainzer Beckens wurden von einem brackisch- marinen Gewässer überflutet.

Das Leben vor 30 Millionen Jahren dokumentiert sich in Form von fossilen Ablagerungen, zum Beispiel am Welschberg bei Waldböckelheim. Wissenschaftler konnten hier u.a. 30 verschiedene Otoliten, acht Arten von Einzelkorallen, Seeigel, Muscheln, Schnecken und andere Kleinstlebewesen nachweisen.

Bereits zum Ende des Tertiärs setzten Klimaverschlechterungen ein. Das nächste geologische Zeitalter ist das Zeitalter des Quartärs. In ihm wurde das Nahetal in seiner heutigen Form geschaffen.

Im Zeitabschnitt Pleistozän des Quartärs wechselten sich mehrere Kalt- und Warmzeiten ab. Unser Raum blieb jedoch eisfrei. Der geringe Niederschlag führte dazu, dass die Gewässer nicht genügend Kraft hatten, ihre Täler einzutiefen. Spaltenfrost mit tiefreichenden Frostböden lockerten das Gestein der Gebirge auf. Es kam zur Aufschüttung breiter Schotterfluten. Erst in den Zwischenzeiten (Interglazialzeiten) gab es eine stärkere Wasserführung von Flüssen und Bächen. Dadurch konnten die Schotterfluren ausgeräumt und die Täler weiter eingetieft werden. Dabei entstanden mehrere Terrassen, wie zum Beispiel bei Boos.

Das heutige Landschaftsbild entstand vornehmlich während der pleistozänen Vereisung und den dazwischenliegenden Warmzeiten. Die in unserer Zeit sich vollziehenden geologischen Erscheinungen stellen vor allem die Ablagerungen in den Talauen der Nahe und ihrer Zubringergewässer dar. Es handelt sich um Sand-Kiesgemische, die oft von einer Hochflutebene überlagert sind.

 

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